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Das ist Zhang Tingyao ist 70 Jahre alt (und ich, ich bin der links, falls das unklar sein sollte). Nach Shanghai aber kam er erst vor sechs Jahren. “Ich muss Geld verdienen”, sagt der dünne, fröhliche Mann. Auf dem Land erhält eine Rente in Höhe von 60 Yuan, umgerechnet acht Euro. Jetzt sitzt er in einem drei Quadratmeter großen Kabuff, in dem sich Teekanne, Computer, Telefon, ein Bürostuhl und ein kleiner Schreibtisch hineingezwängt haben. Die Wohnanlage, deren Einfahrt Zhang bewacht, besteht auf mehreren denkmalgeschützten Gebäuden in der ehemaligen französischen Konzession - prachtvolle, aber etwas heruntergekommende Häuser im Art-Deco-Stil, in denen heute reiche Chineesen und Ausländer wohnen.

Ein mittelalte Frau fährt mit einem neuen BMW in die Einfahrt. Zhang springt auf, deutet der Dame, wo sie ihr neues Auto parken soll und erhält dafür 15 Yuan, zwei Euro.

Zhang wurde 1944 geboren. Mit 16 meldete er sich zur Armee, doch da war er zwei Jahre zu jung. Mit 18 nahmen sie ihn auf. Sieben Jahre blieb er dort und arbeite als Fernmeldetechniker. “Natürlich bin ich Parteimitglied”, sagt er. Als er ausschied, wurde er Ortvorsteher seines Heimatdorfes, und schließlich arbeitete er in einer Ziegelfabrik. Zhang hat zwei Söhne und zwei Töchter. Er sieht sie selten, etwa einmal im Jahr. Aber sein Bruder lebt auch in Shanghai und er war es, der ihn einlud, hierherzukommen. Hier könne man schließlich Geld verdienen.

Wieder fährt ein Auto in den Hof ein, dieses Mal ist es ein Mercedes. Zhang steht auf, weist der jungen Frau einen Parkplatz zu und setzt sich wieder.

1800 Yuan, rund 200 Euro, erhält er für seine Dienste. Er arbeitet jeden Tag, zwölf Stunden. “Dabei darf man laut Gesetz nur acht Stunden arbeiten”, wendet er ein. “Aber was soll ich machen?” Zhang liest jeden Tag Zeitung. “China ist auf dem Weg zur Weltmacht, das macht mich stolz”, sagt er. “Allerdings neiden viele unserer Nachbarländer uns diesen Erfolg.” Zhang zählt auf: Die Philippinen, Vietnam, Japan und vor allem die USA. “China wird die größte Volkswirtschaft der Welt werden. Wir werden alles modernisieren - vor allem das Militär!”

Für sich selbst wünscht Zhang sich mehr Geld, denn seine Familie habe finanzielle Probleme.

Neid kennt Zhang nicht. “Mir ist egal, was einer für ein Auto fährt - ich gebe jedem einen Parkplatz”, sagt er. “Aber ich muss darauf achten, dass zuerst die Anwohner einen haben.”

Ab und zu ignorieren Leute seine Anweisungen. “Sie sind schlecht erzogen, viele junge Leute in Shanghai schauen auf die Zugezogenen herab.”

Das ist Zhang Tingyao ist 70 Jahre alt (und ich, ich bin der links, falls das unklar sein sollte). Nach Shanghai aber kam er erst vor sechs Jahren. “Ich muss Geld verdienen”, sagt der dünne, fröhliche Mann. Auf dem Land erhält eine Rente in Höhe von 60 Yuan, umgerechnet acht Euro. Jetzt sitzt er in einem drei Quadratmeter großen Kabuff, in dem sich Teekanne, Computer, Telefon, ein Bürostuhl und ein kleiner Schreibtisch hineingezwängt haben. Die Wohnanlage, deren Einfahrt Zhang bewacht, besteht auf mehreren denkmalgeschützten Gebäuden in der ehemaligen französischen Konzession - prachtvolle, aber etwas heruntergekommende Häuser im Art-Deco-Stil, in denen heute reiche Chineesen und Ausländer wohnen.

Ein mittelalte Frau fährt mit einem neuen BMW in die Einfahrt. Zhang springt auf, deutet der Dame, wo sie ihr neues Auto parken soll und erhält dafür 15 Yuan, zwei Euro.

Zhang wurde 1944 geboren. Mit 16 meldete er sich zur Armee, doch da war er zwei Jahre zu jung. Mit 18 nahmen sie ihn auf. Sieben Jahre blieb er dort und arbeite als Fernmeldetechniker. “Natürlich bin ich Parteimitglied”, sagt er. Als er ausschied, wurde er Ortvorsteher seines Heimatdorfes, und schließlich arbeitete er in einer Ziegelfabrik. Zhang hat zwei Söhne und zwei Töchter. Er sieht sie selten, etwa einmal im Jahr. Aber sein Bruder lebt auch in Shanghai und er war es, der ihn einlud, hierherzukommen. Hier könne man schließlich Geld verdienen.

Wieder fährt ein Auto in den Hof ein, dieses Mal ist es ein Mercedes. Zhang steht auf, weist der jungen Frau einen Parkplatz zu und setzt sich wieder.

1800 Yuan, rund 200 Euro, erhält er für seine Dienste. Er arbeitet jeden Tag, zwölf Stunden. “Dabei darf man laut Gesetz nur acht Stunden arbeiten”, wendet er ein. “Aber was soll ich machen?” Zhang liest jeden Tag Zeitung. “China ist auf dem Weg zur Weltmacht, das macht mich stolz”, sagt er. “Allerdings neiden viele unserer Nachbarländer uns diesen Erfolg.” Zhang zählt auf: Die Philippinen, Vietnam, Japan und vor allem die USA. “China wird die größte Volkswirtschaft der Welt werden. Wir werden alles modernisieren - vor allem das Militär!”

Für sich selbst wünscht Zhang sich mehr Geld, denn seine Familie habe finanzielle Probleme.

Neid kennt Zhang nicht. “Mir ist egal, was einer für ein Auto fährt - ich gebe jedem einen Parkplatz”, sagt er. “Aber ich muss darauf achten, dass zuerst die Anwohner einen haben.”

Ab und zu ignorieren Leute seine Anweisungen. “Sie sind schlecht erzogen, viele junge Leute in Shanghai schauen auf die Zugezogenen herab.”

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 Momentan berichten die meisten deutschen Tageszeitungen über die neuen Spannungen in Israel. Das kleine Land mit sieben Millionen Einwohnern spielt für Deutschland aufgrund der Geschichte eine besondere Rolle. Der zweite Grund für die hohe Aufmerksamkeit, die wir dem Nahen Osten entgegenbringen, ist, dass dort Demokratie und Diktatur aufeinanderprallen. Durch den Nahen Osten verläuft wie früher durch Deutschland die Front zwischen zwei Systemen.

Eine vielleicht für die Welt bedeutsamere Entwicklung spielt sich gerade in Hongkong ab (das in etwa genauso viele Einwohner hat wie Israel). Am vergangenen Dienstag demonstrierten hier mehr als 500000 Menschen friedlich für mehr Demokratie und Autonomie. Zuvor hatten 800000 Menschen bei einem inoffiziellen Referendum für die Wahl des Regierungschefs durch das Volk gestimmt.

Seit dem 1. Juli 1997 ist Hongkong wieder Teil der Volksrepublik. Damals hatte Peking zugesichert, die ehemalige britische Kolonie könne ein “hohes Maß an Autonomie” behalten. Doch in letzter Zeit zieht Peking die Schrauben an. Ein “Weißbuch” tauchte auf, wonach die Autonomie allein vom Wohlwollen Pekings abhänge und Richter in Hongkong “das Vaterland lieben müssen”. Zudem überrollen jeden Tag tausende von Festland-Chinesen die Stadt, was immer wieder zu Spannungen führt.

Auch auf dem Festland verschärft sich die Lage: Das bekommen in letzter Zeit viele NGOs zu spüren - und man merkt es beim Surfen, seit einigen Wochen sind ein paar Websites weniger frei zugänglich.

Hongkong war nach westlichen Maßstäben nie eine lupenreine Demokratie, aber es herrscht hier Rechtsstaatlichkeit. Die Menschen vertrauen in Gesetze, in die Justiz und fühlen sich nicht staatlicher Willkür ausgeliefert. Während der Jahrestag des Tiananmen-Massakers auf dem Festland totgeschwiegen wurde, zündeten die Hongkonger ein Meer aus Kerzen an. Noch hat Hongkong eine freie Presse. Die South China Morning Post ist die wahrscheinlich beste Tageszeitung im großchinesischen Raum - nur auf dem Festland darf sie nicht verkauft werden.

Darüber hinaus ist Hongkong im Gegensatz zu vielen Städten des Festlandes ein angenehmer Ort: Die Menschen sind höflicher, freundlicher, achtsamer zueinander. Nach drei Jahren China glaube ich übrigens, dass das auch mit dem politischen System zusammenhängt. Wer ständig zu spüren bekommt, dass er keine Verantwortung hat, verhält sich auch irgendwann so.

Liebe Welt, schaut mal mehr auf diese Stadt.

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Von Deutschland aus gesehen mag man Japan und China oft in einen Topf schmeißen. Aber von China kommend muss man sagen: Es ist kaum vorstellbar, wie unterschiedlich zwei Länder sein können.

Eigentlich alles, was in China nervt, ist in Japan wunderbar. Es ist sauber und ruhig: in der U-Bahn ist sogar Telefonierverbot. Die Menschen sind gut angezogen, sie kleiden sich nicht in rosa gepunktete Tüllkleider (außer sie machen Werbung für das Maid-Cafe, wie auf dem vorletzten Bild). Die Autos halten bei Zebrastreifen, nie hat man das Gefühl, andere Verkehrsteilnehmer haben es darauf abgesehen, einen über den Haufen zu fahren. Alles funktioniert, die Produkte in den Geschäften möchte man kaufen - und vielleicht am allerbesten: Die Menschen sind freundlich, sie grüßen, sagen Danke, Bitte, Hallo und Auf Wiedersehen.

Zurück am Flughafen in Shanghai Pudong stieg ich in ein Taxi ohne Gurte, in dem das letzte Mal vor einem halben Jahr sauber gemacht wurde. Ich fragte den Fahrer, warum der keine Gurte hat.

"Braucht man bei mir nicht", sagte er. "Ich kann sehr gut fahren."

Tags: Tokio Japan
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AKB48 ist die erfolgreichste japanische Pop-Band. Sie besteht aus 140 Mitgliedern - alles junge, süße Mädchen im Alter von 14 bis 24 Jahren. Man kann sogar sagen: AKB48 hat den japanischen Musik-Markt gerettet. Während in den USA nur noch ein Drittel aller Musikverkäufe physische Tonträger wie CDs sind, liegt der Anteil in Japan mit 80 Prozent mittlerweile weltweit am höchsten.

Nun könnte man das darauf schieben, dass in Japan eh alles sehr anders und sehr verrückt ist. Das stimmt bis zu einem gewissen Grad. Auf der anderen Seite aber hatte ich bei meinem Aufenthalt in Tokio das Gefühl, ich befinde mich in einer höher entwickelten Zivilisation. Nicht nur, dass in Japan (im Gegensatz zu China) alles funktioniert, alles sauber ist, alles superverständlich, logisch und praktisch ist - Japan ist ein Land mit einer hochentwickelten Pop- und Musikkultur.

Für das Magazin NEON habe ich versucht, herauszufinden, wie ausgerechnet von Teenagern gesungener Konserven-Pop so erfolgreich werden konnte. AKB48 konzentriert sich auf Männer mit Kommunikationsschwierigkeiten. In Japan nennt man die “Otaku”, was man ehesten mit Nerd übersetzen kann. Otaku sind ebenso fanatische Fans wie obsessive Sammler. Manche von ihnen kaufen sich mehrere tausend Mal die gleiche CD.

Japan befindet sich seit den Neunzigern in einer Stagnation. Das Land verharrt auf hohem Niveau. Während die Mittelschicht erodierte und immer mehr Leute sparen, gingen auch die Erlöse der Pop-Industrie zurück. Nur die Otaku konsumierten weiter. Und so verkaufte sich die Mädchen-Band AKB48 relativ gut - sie gelangte an die Spitze der Charts, weil eine Minderheit wie verrückt konsumierte, und so den Mainstream kaperte.

Japan ist verrückt, ja. Doch gleichzeitig hat man dort das Gefühl, einen Blick in die Zukunft zu erhaschen.

(Quelle: youtube.com)

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 Am vergangenen Wochenende war ich bei Freunden in Sheshan, etwa einer Stunde außerhalb von Shanghai. Ihre Familie ist sehr reich. Sie lebt auf einem Golfplatz. Das bedeutet, der Compound zu dem das Haus gehört, schließt direkt an den Golfplatz an. Die ganze Anlage ist im “italienischen Stil” gehalten. Spaziert man an den zahlreichen Wachposten und Schranken vorbei, hört man immer wieder Chopin vor sich hin dudeln. An allen Ecken nämlich sind kleine Lautsprecher angebracht, die klassische Musik spielen.

Wir gingen dann weiter in ein italienisch-chinesisches Restaurant, von dessen Terrasse man Blick auf den Golfplatz und einen künstlichen See hatte. All das fühlt sich an wie in “The Great Gatsby” - ruhig, schön, aber gleichzeitig leer und pompös.

In China haben sich in den letzten 30 Jahren rund 300 Millionen Menschen aus absoluter Armut befreit. Ein paar wenige aber sind richtig reich geworden. Das wird langsam zu einem Problem. Der Gini-Koeffizient ist ein Messzahl für die Wohlstandsverteilung in einem Land. Er kann Werte zwischen 0 (=absolute Glechheit) und 1 (absolute Ungleichheit) annehmen. Laut Regierungsangaben liegt er bei 0,4 - das ist ein hoher Wert. Unabhängige Statistiken aber gehen von einem Wert von 0,6 aus. 152 Milliardäre gibt es mittlerweile in China, 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

Viele Reiche halten es in ihrer Heimat aber auch nicht mehr aus und bringen sich und ihr Geld ins Ausland - am liebsten nach Kanada, die USA oder nach Europa. Darüber habe ich vor einem Jahr in der WiWo berichtet: “Chinas Superreiche fliehen ins Ausland

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Shanghai Romance

Shanghai Romance

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1989=1984

Wer seine Vergangenheit ausradiert, verliert seine Identität.




Gestern fragte ich meine Chinesisch-Lehrerin, was sie über das heutige Datum weiß. Die Frage ist ihr sichtlich unangenehm. Sie antwortet zögerlich: “Ich weiß nicht genau, was damals passiert ist. Ich glaube, Studenten haben einen Soldaten getötet.”



Im Juni 1989 war ich zehn Jahre alt. Das Tiananmen-Massaker war das erste politische Ereignis, das ich bewusst als solches wahrnahm. Es war das erste Mal, das mich etwas außerhalb meines unmittelbaren Lebenskreis’ emotional berührte. Ich schrieb Tagebuch damals und kritzelte mit einem Pelikan-Füller aufgeregt mehrere Seiten zusammen. Ich hatte wenig Ahnung von abstrakten Begriffen wie Menschenrechten, Demokratie, Kommunismus und noch weniger von wirtschaftlichen Systemen. Aber ich verstand auf einer Gefühlsebene: Was dort, 8000 Kilometer weiter östlich geschah, war unfassbar ungerecht. Es berührte mich innerlich, es machte mich wütend.



Wahrscheinlich gibt es im Leben eines jeden Kindes einen Punkt, an dem es sich für das, was in der Welt geschieht, zu interessieren beginnt. Für andere war das vielleicht der Fall der Mauer wenige Monate später, der 11. September 2001 oder die Revolution im Iran 1979. Vielleicht sind es auch “kleinere” Ereignisse wie eine Fußball-WM oder eine Bundestagswahl. Dass es für mich ausgerechnet die Tage vom Juni 1989 in China waren, war Zufall.



So wie sich China in den nachfolgenden Jahren vor politischen Freiheiten verschloss, so verschloss ich mich vor China. Wann immer in den folgenden 15 Jahren das Gespräch auf die Volksrepublik kam, reagierte ich schroff. Ich sagte Sätze wie: “Diktaturen wie China sollten wir boykottieren” oder “China verhängt die meisten Todesurteile auf der Welt - in absoluten wie in relativen Zahlen.” Die Möglichkeit, 2000 von Südostasien nach China zu reisen, verwarf ich: Was zum Teufel sollte ich in diesem tristen, grauen Königreich der blauen Ameisen?



Ausgerechnet hier lebe ich jetzt seit drei Jahren. Mit dem Königreich der blauen Ameisen hat das China von heute nichts mehr zu tun. Es gibt hunderte von Ländern, die schöner sind als China. Aber ich glaube nicht, dass es eines gibt, das interessanter ist. Nirgendwo auf der Welt befindet sich eine größere Anzahl von Menschen in Bewegung: physisch, seelisch und vor allem materiell. China ist das Land der Superlative: Es verbraucht mehr Kohle, Beton und Wasser, es baut mehr Zugstrecken, Flughäfen und Autobahnen als jedes andere Land auf der Welt. Vor allem: In keinem anderen Land springen so viele Menschen innerhalb weniger Jahre von der Dritten Welt in die Erste. Ich glaube, dass das 21. Jahrhundert ein asiatisches sein wird.



China hat mich viele in Deutschland für unumstößliche gehaltene Wahrheiten anzweifeln gelehrt. China zeigt: Die Gegenwart ist besser als die Vergangenheit, die Zukunft wird besser sein als die Gegenwart. Aufstiegserfahrung macht Menschen glücklicher als das Verharren auf einem Wohlstandsplateau. Wirtschaftliche Freiheit ohne politische Freiheit ist möglich, politische Freiheit ohne wirtschaftliche nicht.



Kaum ein junger Chinese weiß heute, was vor 25 Jahren geschehen ist. Keine Zeitung in China berichtet heute über die Ereignisse vom Juni 1989, alle Internetpostings werden zensiert, ausländische Studenten in Peking wurden zu einem Ausflug in die Innere Mongolei verpflichtet, es herrscht striktes Versammlungsverbot. Nur meine Timeline auf Facebook und Twitter (um diese Webseiten in China zu nutzen, brauche ich ein VPN) sind voller Postings, die an das Massaker erinnern, bei dem 200 oder 2000 Menschen (niemand kennt die genaue Zahl) ums Leben kamen. China erinnert an diesen Tagen an Orwells Dystopie “1984”, an ein Land, das von einer Klasse regiert wird, bereit ist alles zu tun, um an der Macht zu bleiben. Daran können auch all die glitzernden Hochhäuser Shanghais nichts ändern



"Warum seid ihr Ausländer so sehr an etwas interessiert, das 25 Jahre her ist?", fragt sie mich. Für einen Moment muss ich nachdenken. Eines hat mich China auch gelehrt: Nur wer sich erinnert, kann aus den Fehlern der Vergangenheit etwas lernen. Wer seine Vergangenheit ausradiert, verliert seine Identität.

1989=1984

Wer seine Vergangenheit ausradiert, verliert seine Identität.

Gestern fragte ich meine Chinesisch-Lehrerin, was sie über das heutige Datum weiß. Die Frage ist ihr sichtlich unangenehm. Sie antwortet zögerlich: “Ich weiß nicht genau, was damals passiert ist. Ich glaube, Studenten haben einen Soldaten getötet.”

Im Juni 1989 war ich zehn Jahre alt. Das Tiananmen-Massaker war das erste politische Ereignis, das ich bewusst als solches wahrnahm. Es war das erste Mal, das mich etwas außerhalb meines unmittelbaren Lebenskreis’ emotional berührte. Ich schrieb Tagebuch damals und kritzelte mit einem Pelikan-Füller aufgeregt mehrere Seiten zusammen. Ich hatte wenig Ahnung von abstrakten Begriffen wie Menschenrechten, Demokratie, Kommunismus und noch weniger von wirtschaftlichen Systemen. Aber ich verstand auf einer Gefühlsebene: Was dort, 8000 Kilometer weiter östlich geschah, war unfassbar ungerecht. Es berührte mich innerlich, es machte mich wütend.

Wahrscheinlich gibt es im Leben eines jeden Kindes einen Punkt, an dem es sich für das, was in der Welt geschieht, zu interessieren beginnt. Für andere war das vielleicht der Fall der Mauer wenige Monate später, der 11. September 2001 oder die Revolution im Iran 1979. Vielleicht sind es auch “kleinere” Ereignisse wie eine Fußball-WM oder eine Bundestagswahl. Dass es für mich ausgerechnet die Tage vom Juni 1989 in China waren, war Zufall.

So wie sich China in den nachfolgenden Jahren vor politischen Freiheiten verschloss, so verschloss ich mich vor China. Wann immer in den folgenden 15 Jahren das Gespräch auf die Volksrepublik kam, reagierte ich schroff. Ich sagte Sätze wie: “Diktaturen wie China sollten wir boykottieren” oder “China verhängt die meisten Todesurteile auf der Welt - in absoluten wie in relativen Zahlen.” Die Möglichkeit, 2000 von Südostasien nach China zu reisen, verwarf ich: Was zum Teufel sollte ich in diesem tristen, grauen Königreich der blauen Ameisen?

Ausgerechnet hier lebe ich jetzt seit drei Jahren. Mit dem Königreich der blauen Ameisen hat das China von heute nichts mehr zu tun. Es gibt hunderte von Ländern, die schöner sind als China. Aber ich glaube nicht, dass es eines gibt, das interessanter ist. Nirgendwo auf der Welt befindet sich eine größere Anzahl von Menschen in Bewegung: physisch, seelisch und vor allem materiell. China ist das Land der Superlative: Es verbraucht mehr Kohle, Beton und Wasser, es baut mehr Zugstrecken, Flughäfen und Autobahnen als jedes andere Land auf der Welt. Vor allem: In keinem anderen Land springen so viele Menschen innerhalb weniger Jahre von der Dritten Welt in die Erste. Ich glaube, dass das 21. Jahrhundert ein asiatisches sein wird.

China hat mich viele in Deutschland für unumstößliche gehaltene Wahrheiten anzweifeln gelehrt. China zeigt: Die Gegenwart ist besser als die Vergangenheit, die Zukunft wird besser sein als die Gegenwart. Aufstiegserfahrung macht Menschen glücklicher als das Verharren auf einem Wohlstandsplateau. Wirtschaftliche Freiheit ohne politische Freiheit ist möglich, politische Freiheit ohne wirtschaftliche nicht.

Kaum ein junger Chinese weiß heute, was vor 25 Jahren geschehen ist. Keine Zeitung in China berichtet heute über die Ereignisse vom Juni 1989, alle Internetpostings werden zensiert, ausländische Studenten in Peking wurden zu einem Ausflug in die Innere Mongolei verpflichtet, es herrscht striktes Versammlungsverbot. Nur meine Timeline auf Facebook und Twitter (um diese Webseiten in China zu nutzen, brauche ich ein VPN) sind voller Postings, die an das Massaker erinnern, bei dem 200 oder 2000 Menschen (niemand kennt die genaue Zahl) ums Leben kamen. China erinnert an diesen Tagen an Orwells Dystopie “1984”, an ein Land, das von einer Klasse regiert wird, bereit ist alles zu tun, um an der Macht zu bleiben. Daran können auch all die glitzernden Hochhäuser Shanghais nichts ändern

"Warum seid ihr Ausländer so sehr an etwas interessiert, das 25 Jahre her ist?", fragt sie mich. Für einen Moment muss ich nachdenken. Eines hat mich China auch gelehrt: Nur wer sich erinnert, kann aus den Fehlern der Vergangenheit etwas lernen. Wer seine Vergangenheit ausradiert, verliert seine Identität.

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 Die chinesische Regierung vermutet hinter den jüngsten Anschlägen in Urumqi und anderen chinesischen Städten Terroristen, die im Ausland trainiert worden. Hier im südlichen Xinjiang grenzt China an Pakistan, Afghanistan und Kirgisien.

Etwa zehn Stunden sind es von Kashgar bis zur pakistanischen Grenze. Die einzige Straße, die die beiden Länder verbindet, ist der Karakorum Highway. Er beginnt in Kashgar. Von dort geht es steil rauf zu einem Bergsee namens Karakul-See, auf 3600 Meter. Auf dem Weg nach Tashkurgan, der letzten größeren Stadt vor der Grenze, passiert man den Wahkan-Korridor, einem schmalen Tal, in dem China an Afghanistan grenzt.

Hier bekommt man eine Ahnung vom zentralasiatischen Universum - unten in Kashgar leben Uiguren, etwas weiter oben treffen wir auf Tadschiken und oben am See leben ein paar kirgisische Nomaden. Alle sprechen in etwa dieselbe Sprache, sind sunnitische Moslems und das Essen ähnelt dem eines türkischen Lokals in Kreuzberg.

Die einzigen Chinesen hier oben sind Wanderarbeiter, die gerade dabei sind, die Straße zu verbreitern oder in Minen arbeiten.

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In der aktuellen WirtschaftsWoche ist die Geschichte über die Mega-Metropole im Perflussdelta erschienen (mehr dazu im Eintrag vom 17. April). Dort wachsen gerade elf Millionen-Städte zu einer urbanen Region zusammen. Darin leben werden rund 60 Millionen Menschen, schon jetzt entspricht das BIP dem von Südkorea. Oberflächlich funktioniert dieses Zusammenwachsen recht gut: Vor allem die Infrastruktur ist - wie überall in China - beeindruckend. In Hongkong befindet sich im Moment die größte Baustelle der Welt. Ist das Projekt fertig, wird man in Peking in einen Zug steigen können und sieben Stunden später in Hongkong angekommen sein. Ein U-Bahn- und ein Schnellzugnetz wird die Städte untereinander verbinden. Das sind nur wenige Beispiele von vielen. Genauso wie letztlich auch das Perfluss-Delta ein Beispiel von vielen ist: Denn die vielleicht größte China-Story ist die der Urbanisierung. Innerhalb von wenigen Jahren wurden aus 300 Millionen Bauern Stadtbewohner - weitere 300 Millionen sollen folgen.
Ob das gut gehen kann, wie es sich in solchen Städten lebt, und was das für die Bewohner bedeutet, habe ich anhand von Nathan Zhang, einem jungen Chinesen geschildert, der seit einigen Monaten in Shenzhen lebt.

In der aktuellen WirtschaftsWoche ist die Geschichte über die Mega-Metropole im Perflussdelta erschienen (mehr dazu im Eintrag vom 17. April). Dort wachsen gerade elf Millionen-Städte zu einer urbanen Region zusammen. Darin leben werden rund 60 Millionen Menschen, schon jetzt entspricht das BIP dem von Südkorea. Oberflächlich funktioniert dieses Zusammenwachsen recht gut: Vor allem die Infrastruktur ist - wie überall in China - beeindruckend. In Hongkong befindet sich im Moment die größte Baustelle der Welt. Ist das Projekt fertig, wird man in Peking in einen Zug steigen können und sieben Stunden später in Hongkong angekommen sein. Ein U-Bahn- und ein Schnellzugnetz wird die Städte untereinander verbinden. Das sind nur wenige Beispiele von vielen.
Genauso wie letztlich auch das Perfluss-Delta ein Beispiel von vielen ist: Denn die vielleicht größte China-Story ist die der Urbanisierung. Innerhalb von wenigen Jahren wurden aus 300 Millionen Bauern Stadtbewohner - weitere 300 Millionen sollen folgen.

Ob das gut gehen kann, wie es sich in solchen Städten lebt, und was das für die Bewohner bedeutet, habe ich anhand von Nathan Zhang, einem jungen Chinesen geschildert, der seit einigen Monaten in Shenzhen lebt.

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Kashgar Oldtown vs. Chinese new town:

In Kashgar soll die alte Seidenstraße wieder auferstehen. Die 2000 Jahre alte Oasenstadt soll zu einem regionalen Handelszentrum ausgebaut werden. Berühmt ist Kashgar vor allem wegen seiner Altstadt, die zum Weltkulturerbe gehört. Seit 2008 aber reißt die Regierung die alten Lehmhäuser ab, ersetzt sie durch Ziegelbauten und klebt eine islamisch anmutende Fassade darauf. Das ist nicht alles schlecht, denn die Lebensbedingungen in den alten Lehmhäusern sind und waren nicht die besten. Die Bewohner, mit denen ich gesprochen hatte, waren zwiegespalten: Einerseits begrüßten sie die Modernisierung, kritisierten aber, dass dies alles über ihre Köpfe hinweg entschieden würde.

Weiter draußen in Kashgar entsteht eine riesige Sonderwirtschaftszone. Vorbild ist Shenzhen in Südchina. In den nächsten Jahren soll aus Kashgar ein zentralasiatisches Handelszentrum werden. Wahrzeichen sollen zwei 280 Meter hohe Zwillingstürme werden, deren Fundament gerade gelegt wird.

In ein paar Jahren wird von der uigurischen Stadt nicht mehr viel übrig sein. Kashgar wird eine moderne, prosperierende chinesische Stadt geworden sein - mit einer kleinen, schön renovierten Altstadt, die an die uigurische Vergangenheit erinnert.

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 Urumqi (oder Wulumuqi auf Chinesisch) war einmal eine uigurische Stadt. 1950 lag der Anteil der Chinesen unter zehn Prozent, heute sind 75 Prozent der Bewohner chinesisch.

Der größte Teil der Stadt besteht monströsen Sowjet-Bauten, über die ein trockener, sibirischer Wind fegt. Die Uiguren leben im alten Teil der Stadt, in dem es zwar mehr Bäume gibt, die Häuser dafür kleiner und schäbiger sind. Viele sprechen nur schlecht Chinesisch. Mischehen zwischen Uiguren und Chinesen seien so selten, erzählt mir ein junger Uigure, dass sie sofort vom Staatsfernsehen CCTV übertragen werden. In letzter Zeit häufen sich Terroranschläge in Urumqi und in anderen chinesischen Städten.

Am 22. Mai explodierten in der Gong Yuan Bei Lu zwei Autobomben: 40 Menschen kamen dabei ums Leben. Seitdem gibt es noch mehr Polizeikontrollen. Die Straße war gestern noch immer für Autofahrer gesperrt. Die “Fubar”, eine der wenigen Bars für die wenigen Ausländer - meistens Englischlehrer - ist wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Dass die Regierung nichts für die Entwicklung der Region tut, kann man ihr nicht vorwerfen: Im Norden Urumqis entsteht gerade eine ganze Stadt neu: Fabriken siedeln sich hier an (darunter Volkswagen), Häuser für Tausende von Menschen werden aus dem Boden gestampft, und bald soll Urumqi an das Hochgeschwindigkeitsbahnnetz angeschlossen werden.

Auch die meisten Uiguren geben zu, dass es ihnen wirtschaftlich besser geht - nur ginge es den Han-Chinesen eben wesentlich besser, ihnen dagegen nur ein bisschen. Viele von ihnen litten unter Alltagsrassismus und hätten das Gefühl, in ihrem eigenen Land langsam marginalisiert zu werden. Gleichzeitig lehnen sie Terror ab.

Das deutet daraufhin, dass die Regierung mit ihrer Interpretation Recht hat: Die Anschläge werden von Al-Qaida-nahen Gruppen in Pakistan und Afghanistan gesteuert. China hat ein Terrorismus-Problem.

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Vor einigen Wochen habe ich mich mit einem der ersten Psychologie-Professoren Chinas getroffen. Mittlerweile gibt es mehrere von dieser Sorte, aber bis Anfang der Achtziger Jahre existierte die Disziplin in China nicht.  Jianhong Ma von der Universität in Hangzhou berät ausländische Unternehmen dabei, besser mit chinesischen Mitarbeitern zurechtzukommen. Immer wieder beklagen sich Expats darüber, wie schwierig die Zusammenarbeit sei. Meistens geht es darum, dass sich Chinesen nicht an die Regeln halten: Mitarbeiter eines Chemie-Unternehmens setzen keine Schutzbrillen auf, im Taxi gibt es keine Gurte, obwohl eine Durchsage darauf hinweist, man möge sich bitte anschnallen, Verkehrsregeln werden von einer Vielzahl der Teilnehmer ignoriert. 

Auch im chinesischen Alltag spürt man ein großes Maß an Unachtsamkeit: Müll wird auf die Straße geworfen, in der U-Bahn brüllen Fahrgäste in ihr Handy, ständig rempelt jemand den anderen an. Mas Erklärung: Chinesen haben in den letzten Jahrzehnten so viele Umwälzungen erlebt, dass Regeln für sie wesentlich kontigenter sind als für Westler. Dazu bei trägt auch das Regierungssystem: Wer keinen Einfluss auf die Politik hat, dessen Verantwortungsgefühl beschränkt sich irgendwann nur noch auf den eigenen kleinen Privatbereich. 

Was dagegen zunimmt: Burnout-Erkrankungen. Viele junge Chinesen leisten Überstunden in einem Job, der ihnen keinen Spaß macht. Als Kompensation muss dann Luxus in Form von teuren Rotwein und neuen iPhones konsumiert werden.   

Das Interview ist in der WirtschaftsWoche erschienen.

Vor einigen Wochen habe ich mich mit einem der ersten Psychologie-Professoren Chinas getroffen. Mittlerweile gibt es mehrere von dieser Sorte, aber bis Anfang der Achtziger Jahre existierte die Disziplin in China nicht.  Jianhong Ma von der Universität in Hangzhou berät ausländische Unternehmen dabei, besser mit chinesischen Mitarbeitern zurechtzukommen. Immer wieder beklagen sich Expats darüber, wie schwierig die Zusammenarbeit sei. Meistens geht es darum, dass sich Chinesen nicht an die Regeln halten: Mitarbeiter eines Chemie-Unternehmens setzen keine Schutzbrillen auf, im Taxi gibt es keine Gurte, obwohl eine Durchsage darauf hinweist, man möge sich bitte anschnallen, Verkehrsregeln werden von einer Vielzahl der Teilnehmer ignoriert. 

Auch im chinesischen Alltag spürt man ein großes Maß an Unachtsamkeit: Müll wird auf die Straße geworfen, in der U-Bahn brüllen Fahrgäste in ihr Handy, ständig rempelt jemand den anderen an. Mas Erklärung: Chinesen haben in den letzten Jahrzehnten so viele Umwälzungen erlebt, dass Regeln für sie wesentlich kontigenter sind als für Westler. Dazu bei trägt auch das Regierungssystem: Wer keinen Einfluss auf die Politik hat, dessen Verantwortungsgefühl beschränkt sich irgendwann nur noch auf den eigenen kleinen Privatbereich. 

Was dagegen zunimmt: Burnout-Erkrankungen. Viele junge Chinesen leisten Überstunden in einem Job, der ihnen keinen Spaß macht. Als Kompensation muss dann Luxus in Form von teuren Rotwein und neuen iPhones konsumiert werden.   

Das Interview ist in der WirtschaftsWoche erschienen.

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Pudong Tristesse

Pudong Tristesse

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Lenovo ist eine der wenigen chinesischen Marken, die auch international bekannt ist. Das hat viel mit dem Erwerb von IBM 2005 zu tun und mit der klugen Entscheidung des Gründers Yang Yuanqing, kurz YY, mit Raleigh in North Carolina einen zweiten Firmenhauptsitz zu übernehmen. Der 50-jährige Chinese brachte sich in den darauffolgenden Jahren Englisch bei. Vor kurzem hat Lenovo auch noch Motorola übernommen. Wenn der Deal genehmigt wird, wird Lenovo auch bald auf dem Smartphone-Markt unter den Top-5 mitspielen. 2011 kaufte Lenovo übrigens auch den deutschen PC-Hersteller Medion.

YY aber reicht das nicht. Lenovo unter ihm will unbedingt die Nummer eins werden. Vor kurzem war ich auf einer Pressekonferenz in Wuhan. Ich fragte: “Warum ist es so wichtig, erster zu werden? Über den Profit einer Firma sagt die Größe schließlich nichts aus.”

"It’s all about scale", antwortete YY.

Untergebracht waren wir in einem Hotel gigantischen Ausmaßes im Optical Valley von Wuhan, einem ebenfalls gigantischen Industriepark. Wuhan liegt ungefähr in der geographischen Mitte Chinas (zumindest in dem von Han-Chinesen bevölkerten Teil). Mit elf Millionen Einwohnern ist die Stadt so mittelgroß.

China ist das Land der Superlative: Es hat die meisten Einwohner, bald die größte Wirtschaft, verbraucht den meisten Beton, hat die meisten Solaranlagen, baut die höchsten Türme und die längsten Zugstrecken.

China ist nicht besonders kreativ, und in vielen Bereichen erschrecken ineffizient. Und trotzdem werden in den nächsten Jahren immer mehr chinesische Unternehmen zur Weltspitze gehören, Wissenschaftler großartige Patente anmelden und irgendwann auch kulturelle Erzeugnisse hervorbringen - einfach aufgrund seiner Größe.

"It is all about scale"

Hier noch ein Artikel vom März über Lenovo.

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China liebt Justin Biber, äh Bieber…

(Vor dem Office, Changshu Lu, Shanghai)

China liebt Justin Biber, äh Bieber…

(Vor dem Office, Changshu Lu, Shanghai)